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NVC-Vortragsabend, 16.01.2023:

Das Havariekommando in Cuxhaven: "Bereit sein, wenn wir gebraucht werden."

von Tim Fischer |  Cuxhavener Nachrichten, 18.01.2023                                

Öl-Lecks und havarierte Containerschiffe: Beim Vortragsabend des Nautischen Vereins Cuxhaven sprach der Leiter des Havariekommandos über die Aufgaben der Einrichtung und die großen Einsätze im vergangenen Jahr.                                                                                                 

Mit dem Glasen der Glocke eröffnete Kapitän Ralf Gütlein am Montag den Vortragsabend des nautischen Vereins Cuxhaven. Detlef Graven, Schulleiter der Seefahrtsschule Cuxhaven, begrüßte die rund 60 Gäste und den Leiter des Havariekommandos, Dr. Robby Renner, in der Aula der Schule.

Doch bevor der Vortrag starten konnte, sprach der Vorsitzende des nautischen Vereins Arne Ehlers, über die aktuellen Entwicklungen im Cuxhavener Hafen. "Der Wirtschaftsstandort Cuxhaven nimmt immer weiter an Bedeutung zu", sagt Ehlers. Gemeint sind die zugesagten 100 Millionen Euro vom Land Niedersachsen als Grundfinanzierung für den Hafenausbau in Cuxhaven. 

"Endlich kommt der ersehnte Lückenschluss zwischen Rhenus Cuxport und dem Deutschen Offshore-Industrie-Zentrum mit den Liegeplätzen 5 bis 7", freut sich der Vorsitzende. Cuxhaven würde damit eine historische Aufgabe für Deutschland und Europa übernehmen, denn ohne Cuxhaven seien die jüngsten Beschlüsse und Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien nicht umsetzbar. Am 24. März soll wieder das traditionelle Schifffahrtessen stattfinden. Die Hafenwirtschaft hofft, dass bis dahin auch die Bundesregierung ihren Teil an der Drittelfinanzierung des 300-Millionen-Projektes verkündet.

Zahlreiche neue Gefahrensituationen

Im Anschluss an den kurzen Rundumschlag von Kapitän Ehlers folgte der Vortrag von Dr. Robby Renner. Der 44-Jährige ist Wahlcuxhavener und seit einem Jahr Leiter des Havariekommandos in Cuxhaven. "Das Havariekommando (HK) ist die Führungsorganisation Deutschlands für die Bewältigung maritimer Großschadenslagen. Keine weitere Organisation erfüllt diesen Auftrag", erklärt Renner. Das HK ist spezialisiert auf Schadenslagen, die sich an den deutschen Küsten und in den Mündungsbereichen der schiffbaren Zuflüsse ereignen, um dann unverzüglich zu reagieren und sie zu bewältigen. "Im HK wird die Verantwortung für die Planung, Vorbereitung, Übung und Durchführung aller Maßnahmen zur Menschenrettung, zur Schadstoffunfallbekämpfung, zur Brandbekämpfung, zur Hilfeleistung gefahrenabwehrbezogenen Bergung sowie die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit bei maritimen Großschadenslagen gebündelt."

Im Detail ging Robby Renner auf die beiden Großeinsätze im vergangenen Jahr ein. Darunter das Unglück der "Mumbai Maersk", die im Februar vor Wangerooge mit knapp 7300 Containern an Bord auf Grund lief und das Öl Leck an einer Pipeline, das den Schiffsverkehr im Dezember auf dem Nord-Ostsee-Kanal lahmlegte. Der beschleunigte Ausbau von Offshore-Windparks, zunehmende Öltransporte per Schiff sowie die Etablierung von Flüssigerdgas-Terminals in Deutschland würden die Expertinnen und Experten des Havariekommandos vor neue Herausforderungen stellen, so Renner.

"Die ersten LNG-Schiffe laufen bereits das FSRU-Terminal in Wilhelmshaven an - weitere Terminals sind in Planung. Durch die LNG-Schiffe gibt es zahlreiche neue potenzielle Gefahrensituationen, auf die man vorbereitet sein muss", erklärt Renner. "Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau, passen unsere Konzepte stetig an und entwickeln neue Strategien. Das ist wichtig, um die maritime Notfallvorsorge in Deutschland zukunftssicher aufzustellen", ergänzt Renner. Ganz getreu dem Motto des Havariekommandos: "Bereit sein, wenn wir gebraucht werden."


Vorherige Berichte:

NVC - Bericht Vortragsabend 28.06.2021.pdf

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